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Startkapital von Familien & Freunden - Die F&F-Finanzierung für Gründer

Matthias Klopp© Matthias Klopp hat gleich nach dem Studium im Wohnzimmer seine erste Firma gegründet und veröffentlicht seit 2000 hier seine Erfahrungen und Tipps, um anderen Gründern und Unternehmern den Start zu erleichtern.
Familie und Freunde als Kapitalgeber und was Sie beachten sollten, damit die Freundschaft nicht beim Geld aufhört

von Matthias Klopp

Es liegt in der Natur der Sache, dass ein Gründer, der Startkapital zur Umsetzung seiner Geschäftsidee braucht, weder das Geld noch sonst irgendwelche Sicherheiten wie z.B. Immobilien hat. Sonst bräuchte er das Startkapital ja nicht, sondern könnte seine Unternehmensgründung einfach selbst finanzieren.

Ohne ausreichendes eigenes Vermögen das Startkapital für die Geschäftsidee aufzubringen, ist für viele Unternehmensgründer die größte Hürde. Wer riskiert schon gerne sein Geld für die Geschäftsidee eines anderen, wenn dieser keine Sicherheiten bieten kann?

Kredite von Banken sind aber ohne Sicherheiten kaum zu bekommen. Ich kannte mal einen Banker, der sich jedes Jahr 100.000 Euro "Spielgeld" für Unternehmensgründer geleistet hat, aber es ist nicht leichter geworden, sich das Startkapital von Banken zu besorgen. Investoren wie beispielsweise Risikokapitalgeber oder Business Angels sind vielleicht bereit, in Ihre Geschäftsidee zu investieren und das Risiko einzugehen, das Kapital komplett zu verlieren. Aber das hat seinen Preis: Investoren wollen ein größeres Stück vom Kuchen in Form einer Unternehmensbeteiligung. Außerdem ist die Suche nach Investoren recht aufwendig. Beides schmeckt nicht jedem Gründer.

Eine Alternative ist das Startkapital von Menschen zu bekommen, die uns nahestehen, von Familienmitgliedern oder Freunden (im Englischen auch die "3 F's" genannt, "Family, Friends and Fools" - Familie, Freunde und Verrückte). Wenn die Oma einen gut gefüllten Sparstrumpf hat oder der kinderlose aber reiche Onkel Ihnen etwas Gutes tun will, dann kann das ein einfacher Weg sein, um das nötige Geld zusammenzubekommen. Diese Menschen kennen uns eben persönlich und haben daher hoffentlich auch das nötige Vertrauen in unsere Idee und Tatkraft.

Sich das Startkapital auf "privatem" Wege zu besorgen, hat einige Vorteile:


Vorteile der Finanzierung durch Familienangehörige oder Freunde:

  • sehr gut geeignet, wenn nur wenig Startkapital benötigt wird
  • keine Sicherheiten notwendig
  • wahrscheinlich günstige Konditionen (womöglich müssen Sie das Geld gar nicht oder zumindest ohne Zinsen zurückzahlen)
  • eventuell flexible Rückzahlung bei auftretenden Schwierigkeiten
  • Freunde und Familie verzichten im Gegensatz zu Investoren meistens auch auf eine Beteiligung am Unternehmen

Die Nachteile will ich hier aber auch ganz klar nennen: Wenn Sie jede unternehmerische Entscheidung vor Ihrer Familie oder einem Freund rechtfertigen müssen, dann kann das schnell sehr lästig werden. Der wahrscheinlich größte Nachteil: Stellen Sie sich vor, Ihre Geschäftsidee geht nicht auf und das Geld ist futsch. Wird Ihre Oma oder Onkel Willi, der Ihnen das Geld gegeben hat, beim nächsten Familientreffen immer noch nett zu Ihnen sein? Das Geld von Freunden oder Verwandten zu verlieren kann schon mehr schmerzen als wenn es das Geld der Bank war. Manchmal ist es eben auch besser Privates und Geschäft voneinander zu trennen. Aber das kommt natürlich auf Ihr Verhältnis zum privaten Kapitalgeber an und wie Sie mit der Situation umgehen. Dazu im nächsten Abschnitt noch einige Tipps.


Worauf sollten Sie achten, wenn Familie oder Freunde Ihre Geschäftsidee finanzieren?

Damit die Familienbande oder die Freundschaft nicht beim Geld aufhören, sollten Sie bei der Finanzierung durch Ihnen nahestehende Personen folgende Regeln beachten:

  1. Bereiten Sie die Bitte um das "private" Kapital genauso gründlich und professionell vor, als wenn Sie Ihre Geschäftsidee einem Banker oder einem Investor präsentieren wollen. Erklären Sie Ihre Geschäftsidee und Ihr geplantes Unternehmen, wofür Sie exakt wieviel Geld benötigen und wann Sie es wieder zurückzahlen wollen. So vermeiden Sie Missverständnisse und möglichen Ärger.

  2. Egal, ob es sich um ein Darlehen oder quasi "geschenktes Geld" handelt, machen Sie unmissverständlich klar, dass das Geld "Risikokapital" ist. Das bedeutet, wenn Ihre Geschäftsidee nicht funktioniert, dann ist das Geld weg (denken Sie daran, dass viele Menschen keine klare Vorstellung von einer Unternehmensgründung und den hohen Risiken haben).

  3. Wenn es sich um ein Darlehen handelt, d.h. Startkapital, das Sie zurückzahlen sollen, dann vereinbaren Sie die Darlehensbedingungen ganz konkret. Wie hoch sind die Zinsen für das Darlehen? Wann genau, in welchen Raten und auf welches Konto soll es zurückgezahlt werden, wenn alles gut läuft?

  4. Halten Sie Ihre Vereinbarung schriftlich in einem Vertrag fest (auch bei einer Schenkung!) und beide Seiten bekommen selbstverständlich ein unterschriebendes Exemplar .

  5. Schlafen Sie ein paar Nächte darüber, ob Sie das Geld von Ihren Verwandten oder Freunden wirklich annehmen wollen. Vor allem müssen Sie sicher sein, dass Ihre "Investoren" wirklich ohne dieses Geld leben können. Der mögliche Totalverlust darf ihnen nicht weh tun. Falls Sie ein komisches Gefühl dabei haben, Ihr gutes Verhältnis durch so eine "Geldangelegenheit" zu belasten, dann sollten Sie auf diese Finanzierung vielleicht besser verzichten. Familie und Freunde, die zu Ihnen stehen, sind bei der Unternehmensgründung ebenfalls sehr wichtig.

Am einfachsten ist es natürlich, wenn Sie eine reiche Oma oder einen reichen Onkel haben, der Ihnen das Startkapital quasi aus der Portokasse geben kann. Aber auch - oder eben gerade - dann sollten Sie das Geld nicht leichtfertig verschleudern. Wenn Sie das Geld von nahestehenden Personen nehmen, dann sollten Sie genauso Ihr bestes geben und mit dem Geld so gut umgehen wie Sie können. Halten Sie auch Ihre privaten Kapitalgeber regelmäßig über die Entwicklung Ihres Unternehmens auf dem Laufenden.


TIPP:
Es mag für viele selbstverständlich sein, aber dieser Punkt ist mir wichtig: Investieren Sie auf jeden Fall auch eigenes Geld in die Geschäftsidee. Zum Einen zeigt dies, dass Sie selbst an Ihre Geschäftsidee glauben und bereit sind, dafür Risiken einzugehen. Aber vor allem ist nicht nur das Geld Ihrer privaten Investoren im schlimmsten Fall futsch, sondern auch Ihr eigenes. Wenn Sie im Falle einer Pleite nur das Geld der anderen verbraten haben, dann wird das Ihr Verhältnis mit Sicherheit erheblich belasten.






Quelle: Gruenderland.de
http://www.gruenderland.de/finanzierung/startkapital-familie-und-freunde.html
© Matthias Klopp. Alle Rechte vorbehalten.

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