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Gründen im Team

Matthias Klopp© Matthias Klopp hat gleich nach dem Studium im Wohnzimmer seine erste Firma gegründet und veröffentlicht seit 2000 hier seine Erfahrungen und Tipps, um anderen Gründern und Unternehmern den Start zu erleichtern.
Worauf kommt es bei der Gründung im Team an?

Von Matthias Klopp

Das Gründen im Team hat viele Vorteile: Die Arbeit, die Kosten und auch die Verantwortung werden geteilt. Der eine kann etwas, was der andere nicht kann und umgekehrt. Außerdem macht es zusammen einfach mehr Spaß als alleine. "Ich gründe im Team und nicht allein." - Das gibt vielen ein gutes und sicheres Gefühl. Viele Gründer würden diesen Schritt alleine gar nicht wagen. Die Nachteile der Gründung im Team - und auch die Schwächen des Teams, werden meistens erst sichtbar, wenn Probleme auftauchen, entweder sehr viel Geld verdient wird oder zu wenig. Viel Ärger und Schaden für das Unternehmen können vermieden werden, wenn Sie schon vor der Gründung einige Punkte klären.

Wer vorher alles regelt, hat hinterher weniger Ärger

"Wir verstehen uns gut, wir wollen endlich loslegen. Einige Punkte sind zwar noch offen oder stören mich, aber das wird sich schon noch klären." Autsch, diese Einstellung kann schnell in's Auge gehen. Was ist, wenn Sie später das Gefühl haben, Ihr Partner arbeitet weniger als Sie, aber Sie verdienen beide dasselbe? Was ist, wenn es nicht so gut läuft und einer aussteigen will? Wem gehört z.B. der Firmenname? Wieviel ist die Firma heute wert? Was wird aus der Firma, wenn sich das Team zerstritten hat und nicht mehr gemeinsam weitermachen will? Wer darf die Firma weiterführen? Über diese Fragen sollten Sie sich schon vor der Gründung Gedanken machen, damit es hinterher weniger Ärger und Schaden gibt.

Sprechen Sie die kritischen Punkte vorher an und Sie werden merken, ob das Team überhaupt funktioniert

Die meisten Gründerteams haben vorher weder zusammen gearbeitet noch ein Unternehmen gegründet. Das ist eine doppelte Belastung und Ungewißheit. Die Erwartungen der einzelnen Gründer sind oft sehr unterschiedlich und ebenso die Eignung zum erfolgreichen Unternehmer. Deshalb gehen Gründungen im Team so oft schief. Reden Sie vorher über die "schmerzhaften" Punkte und Sie werden Ihr Team besser kennenlernen. Folgende Fragen helfen Ihnen dabei:
  • Sind die Aufgaben und Verantwortungen genau festgelegt? Am Anfang macht jeder irgendwie alles. Und wenn die Arbeit immer mehr wird, kommt es leicht zum Chaos und zum Streit. "Du bist dafür zuständig! - Nein, Du!" Je klarer Sie vorher die Aufgaben verteilt haben, je besser jeder weiß, was er zu tun und wofür er verantwortlich ist, desto größer ist auch die Motivation und desto reibungsloser läuft alles.
  • Wie werden Entscheidungen getroffen? Die Erfahrung zeigt, daß es schwer ist, ein Unternehmen zu führen, wenn alle Entscheidungen zuerst im Team diskutiert werden müssen. Was ist, wenn es zu keiner Einigung kommt? Nicht umsonst, haben eigentlich alle Unternehmen nur einen Chef. Es funktioniert erfahrungsgemäß am besten, wenn am Ende einer das Sagen hat. Wer soll das in Ihrem Team sein? So lange alle vom zukünftigen Reichtum träumen, ist man sich schnell einig. Wenn es nach der Gründung an das eigene Geld geht oder schwere Entscheidungen getroffen werden müssen, läßt Streit nicht lange auf sich warten.
  • Wer bekommt wieviel Geld? Wie wird die Arbeitsleistung und der Beitrag zum Unternehmenserfolg gemessen? Auch werden nie alle gleichviel zum Unternehmenserfolg beitragen. Wie wollen Sie damit umgehen? Wer bekommt welches Gehalt? Wer bekommt wieviele Unternehmensansteile? Seien Sie ehrlich zu sich und den anderen und suchen Sie nach einer gerechten Verteilung.
  • Wer bringt (wirklich) was in das Unternehmen ein? Das reicht von der Arbeitszeit über den PC bis zum Geld. Wenn ein Partner "Vollzeit" in das Unternehmen einsteigt und der andere noch seinen Job behält, dann ist das ein großer Unterschied, der sich schnell bemerkbar machen kann. Während der eine die Nacht durcharbeitet, um die Firma aufzubauen, muß der andere seinem Job nachgehen. Genauso kann es sein, wenn einer Familie hat und der andere nicht. Da ist der Frust vorprogrammiert. Wie sieht es mit Sachwerten wie z.B. Computern oder Maschinen aus? Wer bringt Knowhow, Kontakte oder z.B. ein Patent ein? Wenn nicht jeder vergleichbare Anteile ins Unternehmen einbringt, dann sollten das vom Team berücksichtigt werden.
  • Haben Sie am Anfang auch schon an das Ende gedacht? Es gibt viele Gründe, für die Trennung eines Gründerteams. Der eine hat die Nase voll, seines Lebenspläne haben sich geändert oder die Gründer haben sich zerstritten. Was soll dann mit dem Unternehmen passieren? Wer behält was? Wie werden die geschaffenen Werte bewertet und aufgeteilt? Oft werden Investitionen getätigt, die sich hinterher nicht mehr aufteilen lassen. Wer bekommt z.B. die Lizenz für die Software, die das Unternehmen zum Überleben braucht? Versuchen Sie sich alle möglichen Szenarien vorzustellen und vereinbaren Sie (am besten schriftlich zum Beispiel im Gesellschaftsvertrag), wie eine Trennung oder das Ausscheiden eines Partners ablaufen soll.

Natürlich hat niemand große Lust, über mögliche Probleme in der Zukunft und das Ende der Firma nachzudenken, wenn er gerade dabei ist, ein Unternehmen zu gründen. Aber wenn Sie diese Punkte im Team klären, werden Sie schnell herausfinden, wie gut Ihr Team zusammenpaßt. Und Krisen lassen sich besser und mit mehr Motivation meistern, wenn vorher alles geregelt ist. Es ist für mich immer wieder erstaunlich mit welcher Leichtigkeit und Naivität im Team gegründet wird und wie verbissen später die Auseinandersetzungen sind, wenn sich das Team trennt. Wer sich schon am Anfang über das Ende einigt, der kann seinen Partnern auch nach der Trennung noch in die Augen sehen. Auch das gegründete Unternehmen kann weiterleben, wenn der Ausstieg der Partner geregelt ist. Und es gibt ein besseres Teamgefühl, wenn die wichtigsten Fragen geklärt sind.

TIPP: Oft ist es hilfreich, wenn bei diesem Prozeß ein Unbeteiligter zur "Moderation" dazugeholt wird. Diese Person sollte von allen Teammitgliedern akzeptiert werden. Ein Außenstehender kann viele Punkte objektiver und oft auch fairer beurteilen als das Team selbst.
Quelle: Gruenderland.de
http://www.gruenderland.de/unternehmensaufbau/gruenden-im-team.html
© Matthias Klopp. Alle Rechte vorbehalten.

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