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Gründen im Team
Worauf kommt es bei der Gründung im Team an?
Von Matthias Klopp
Das Gründen im Team hat viele Vorteile: Die Arbeit, die Kosten und auch
die Verantwortung werden geteilt. Der eine kann etwas, was der andere
nicht kann und umgekehrt. Außerdem macht es zusammen einfach mehr Spaß als
alleine. "Ich gründe im Team und nicht allein." - Das gibt vielen ein
gutes und sicheres Gefühl. Viele Gründer würden diesen Schritt alleine
gar nicht wagen. Die Nachteile der Gründung im Team - und auch die Schwächen des Teams, werden
meistens erst sichtbar, wenn Probleme auftauchen, entweder sehr viel Geld verdient wird oder zu
wenig. Viel Ärger und Schaden für das Unternehmen können vermieden werden, wenn Sie schon vor der Gründung einige Punkte klären.
Wer vorher alles regelt, hat hinterher weniger Ärger
"Wir verstehen uns gut, wir wollen endlich loslegen. Einige Punkte sind
zwar noch offen oder stören mich, aber das wird sich schon noch
klären." Autsch, diese Einstellung kann schnell in's Auge gehen. Was
ist, wenn Sie später das Gefühl haben, Ihr Partner arbeitet weniger als Sie,
aber Sie verdienen beide dasselbe? Was ist, wenn es nicht so gut läuft
und einer aussteigen will? Wem gehört z.B. der Firmenname? Wieviel ist
die Firma heute wert? Was wird aus der Firma, wenn sich das Team
zerstritten hat und nicht mehr gemeinsam weitermachen will? Wer darf
die Firma weiterführen? Über diese Fragen sollten Sie sich schon vor der Gründung
Gedanken machen, damit es hinterher weniger Ärger und Schaden gibt.
Sprechen Sie die kritischen Punkte vorher an und Sie werden merken, ob das Team überhaupt funktioniert
Die
meisten Gründerteams haben vorher weder zusammen gearbeitet noch ein
Unternehmen gegründet. Das ist eine doppelte Belastung und Ungewißheit.
Die Erwartungen der einzelnen Gründer sind oft sehr unterschiedlich und
ebenso die Eignung zum erfolgreichen Unternehmer. Deshalb gehen
Gründungen im Team so oft schief. Reden Sie vorher über die
"schmerzhaften" Punkte und Sie werden Ihr Team besser kennenlernen.
Folgende Fragen helfen Ihnen dabei:
- Sind die Aufgaben und Verantwortungen genau festgelegt?
Am Anfang macht jeder irgendwie alles. Und wenn die Arbeit immer mehr
wird, kommt es leicht zum Chaos und zum Streit. "Du bist dafür
zuständig! - Nein, Du!" Je klarer Sie vorher die Aufgaben verteilt
haben, je besser jeder weiß, was er zu tun und wofür er verantwortlich
ist, desto größer ist auch die Motivation und desto reibungsloser läuft alles.
- Wie werden Entscheidungen getroffen?
Die Erfahrung zeigt, daß es schwer ist, ein Unternehmen zu führen, wenn
alle Entscheidungen zuerst im Team diskutiert werden müssen. Was ist,
wenn es zu keiner Einigung kommt? Nicht umsonst, haben eigentlich alle
Unternehmen nur einen Chef. Es funktioniert erfahrungsgemäß am besten,
wenn am Ende einer das Sagen hat. Wer soll das in Ihrem Team sein? So
lange alle vom zukünftigen Reichtum träumen, ist man sich schnell einig. Wenn es nach der Gründung an
das eigene Geld geht oder schwere Entscheidungen getroffen werden
müssen, läßt Streit nicht lange auf sich warten.
- Wer bekommt wieviel Geld?
Wie
wird die Arbeitsleistung und der Beitrag zum Unternehmenserfolg
gemessen? Auch werden nie alle
gleichviel zum Unternehmenserfolg beitragen. Wie wollen Sie damit
umgehen? Wer bekommt welches Gehalt? Wer bekommt wieviele
Unternehmensansteile? Seien Sie ehrlich zu sich und den anderen und
suchen Sie nach einer gerechten Verteilung.
- Wer bringt (wirklich) was in das Unternehmen ein?
Das reicht von der Arbeitszeit über den PC bis zum Geld. Wenn ein
Partner "Vollzeit" in das Unternehmen einsteigt und der andere noch
seinen Job behält, dann ist das ein großer Unterschied, der sich
schnell bemerkbar machen kann. Während der eine die Nacht
durcharbeitet, um die Firma aufzubauen, muß der andere seinem Job
nachgehen. Genauso kann es sein, wenn einer Familie hat und der andere
nicht. Da ist der Frust vorprogrammiert. Wie sieht es mit Sachwerten
wie z.B. Computern oder Maschinen aus? Wer bringt Knowhow, Kontakte oder
z.B. ein Patent ein? Wenn nicht jeder vergleichbare Anteile ins
Unternehmen einbringt, dann sollten das vom Team berücksichtigt werden.
- Haben Sie am Anfang auch schon an das Ende gedacht?
Es gibt viele Gründe, für die Trennung eines Gründerteams. Der eine hat
die Nase voll, seines Lebenspläne haben sich geändert oder die Gründer
haben sich zerstritten. Was soll dann mit dem Unternehmen passieren?
Wer behält was? Wie werden die geschaffenen Werte bewertet und
aufgeteilt? Oft werden Investitionen getätigt, die sich hinterher nicht
mehr aufteilen lassen. Wer bekommt z.B. die Lizenz für die Software,
die das Unternehmen zum Überleben braucht? Versuchen Sie sich alle
möglichen Szenarien vorzustellen
und
vereinbaren Sie (am besten schriftlich zum Beispiel im
Gesellschaftsvertrag), wie eine Trennung oder das Ausscheiden eines
Partners ablaufen
soll.
Natürlich hat niemand große Lust, über mögliche Probleme in der
Zukunft
und das Ende der Firma nachzudenken, wenn er gerade dabei ist, ein
Unternehmen zu gründen. Aber wenn Sie diese Punkte im Team klären,
werden Sie schnell
herausfinden, wie gut Ihr Team zusammenpaßt. Und Krisen lassen sich
besser und mit mehr Motivation meistern, wenn vorher alles geregelt
ist. Es ist für mich immer wieder erstaunlich mit welcher Leichtigkeit
und
Naivität im Team gegründet wird und wie verbissen später die
Auseinandersetzungen sind, wenn sich das Team trennt. Wer sich schon am
Anfang über das Ende einigt, der kann seinen Partnern auch nach der
Trennung noch in die Augen sehen. Auch das gegründete Unternehmen kann
weiterleben, wenn der Ausstieg der Partner geregelt ist. Und es gibt
ein besseres Teamgefühl, wenn die wichtigsten Fragen geklärt sind.
TIPP: Oft ist es hilfreich,
wenn bei diesem Prozeß ein Unbeteiligter zur "Moderation" dazugeholt
wird. Diese Person sollte von allen Teammitgliedern akzeptiert werden.
Ein Außenstehender kann viele Punkte objektiver und oft auch
fairer beurteilen als das Team selbst.
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