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Der Profit liegt im Einkauf

Matthias Klopp© Matthias Klopp hat gleich nach dem Studium im Wohnzimmer seine erste Firma gegründet und veröffentlicht seit 2000 hier seine Erfahrungen und Tipps, um anderen Gründern und Unternehmern den Start zu erleichtern.
und: Buy low, sell high

Von Matthias Klopp

"Der Profit liegt im Einkauf." So lautet eine alte Kaufmannsweisheit. Ich erinnere mich heute, daß mein Großvater, der selbst Kaufmann war, mir das als Kind einige Male gesagt hat. Die wahre Bedeutung für mich als Unternehmer habe ich erst viel später erkannt. Denn diese Grundregel wirtschaftlichen Erfolges scheint heute in kaufmännischen Ausbildungen oder in Büchern für Gründer nicht mehr die zentrale Bedeutung zu haben, die sie verdient.

Ein Beispiel: Nehmen wir an, Sie verkaufen Kühlschränke. Sie wissen, daß Ihre Kunden bei Ihnen für den Kühlschrank Model "Superkalt" 299 EURO bezahlen. Der Großhändler Meyer verlangt von Ihnen im Einkauf 150 EURO für den Kühlschrank Model "Superkalt". Ihr Profit pro Kühlschrank: 149 EURO. Jetzt erinnern Sie sich an den Satz meines Großvaters: "Der Profit liegt im Einkauf." Sie rufen den Großhändler Meyer an, um mit ihm über den Preis zu verhandeln. Nach zähem Ringen verkauft er Ihnen den Kühlschrank ab jetzt für 130 EURO. Plötzlich machen Sie pro Kühlschrank 169 EURO Profit. Und Sie mußten nicht mehr dafür tun, als über den Einkaufspreis zu verhandeln. Bei jedem verkauften Kühlschrank 20 EURO mehr in der Tasche zu haben, ist ein gutes Gefühl. Sie sind auf den Geschmack gekommen. Sie erkundigen sich bei anderen Großhändlern und finden Großhändler Schmidt, der Ihnen den Kühlschrank Model "Superkalt" für 100 EURO pro Stück verkauft, wenn Sie ihm mindestens 20 Kühlschranke auf einmal abnehmen. Sie denken nach: Soviele Kühlschranke verkaufen Sie sonst nicht so leicht. Aber weil der Einkaufsreis so günstig ist, könnten Sie auch Ihren Verkaufspreis auf 279 EURO senken, damit mehr Kunden den Kühlschrank Model "Superkalt" bei Ihnen kaufen. Und es funktioniert: Sie können gar nicht so schnell gucken, wie Ihnen die Kunden die 20 Kühlschränke zum Schnäppchenpreis aus dem Laden kaufen. Sie haben jetzt 20 x 100 EURO = 2000 EURO für die Kühlschränke bezahlt und 20 x 279 EURO = 5580 EURO eingenommen. Das macht 179 EURO Profit pro Kühlschrank. Das heißt obwohl Sie die Kühlschränke günstiger verkaufen, machen Sie mehr Profit. Dies ist natürlich ein vereinfachtes Beispiel, aber Sie sehen: "Der Profit liegt im Einkauf."

Buy low, sell high - Günstig einkaufen, teuer verkaufen

Aus der amerikanischen Unternehmerausbildung kenne ich den Satz "Buy low, sell high." - "Kaufe günstig ein und verkaufe teuer." In diesem einen Satz steckt das ganze Grundrezept für den Erfolg eines Unternehmens. Die Differenz zwischen dem Einkaufs- bzw. Herstellungspreis eines Produktes und seines Verkaufspreises ist der Gewinn. Je größer die Spanne zwischen Einkaufs- und Verkaufspreis ist, desto größer ist auch der Gewinn. Dabei macht es Sinn, unter dem "Einkaufspreis" auch den Preis zu verstehen, den ich zahlen muß, um mein Produkt herzustellen. Die entscheidenden Fragen lauten dann:

1. Was kostet mich mein Produkt?
2. Für welchen Preis verkaufe ich mein Produkt?
3. Wie kann ich meinen Profit steigern?

Für Dienstleister gehören zu den "Einkaufspreisen" dann z.B. auch die Stunden, die Sie selbst oder Ihre Angestellten für einen Service benötigen. Je weniger Zeit Sie für eine Arbeit brauchen, desto niedriger sind auch Ihre "Einkaufspreise". Daher lohnt sich für Dienstleister oft die Investition in verbesserte Arbeitsabläufe, in die Ausbildung der Mitarbeiter und in neue Technik, um Zeit zu sparen und damit die Herstellungs- bzw. Einlkaufskosten für eine Dienstleistung zu senken.

Das klingt logisch und ganz einfach, oder? Wie gründlich und wie oft haben Sie schon darüber nachgedacht, wie Sie Ihre Einkaufspreise senken oder Ihre Verkaufspreise erhöhen können? Oder sogar beides? Je günstiger Sie Ihr Produkt einkaufen und je teurer Sie es wieder verkaufen, desto größer ist Ihr Profit.


TIPP: Wenn Sie günstige Einkaufspreise und auch Ihre anderen Herstellungskosten im Griff haben, dann bekommen Sie dadurch eine "Sicherheitsspanne" in Ihren Preisen. Auch wenn die Preise fallen, machen Sie immer noch Profit. Der Computerhersteller Dell hatte durch sein ausgeklügeltes Produktions- und Vertriebssystem so niedrige Kosten, daß Dell noch Profite machte, als alle anderen Computerhersteller aufgrund der gefallenen Computerpreise und gestiegenen Chipkosten Verluste schrieben.

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Quelle: Gruenderland.de
http://www.gruenderland.de/unternehmensaufbau/guenstig-einkaufen-teuer-verkaufen.html
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