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Hintern hoch! 7x Selbstmotivation für Unternehmer

Matthias Klopp© Matthias Klopp hat gleich nach dem Studium im Wohnzimmer seine erste Firma gegründet und veröffentlicht seit 2000 hier seine Erfahrungen und Tipps, um anderen Gründern und Unternehmern den Start zu erleichtern.
Oder wie Sie als Gründer das Feuer am Brennen halten

von Matthias Klopp


Unternehmertum bedeutet Freiheit. Die Freiheit, das zu tun, was man will. Von dieser unternehmerischen Freiheit träumen viele. Aber es ist eben auch die Freiheit, gar nichts zu tun. Es gibt keinen Chef, der uns sagt, was wir tun sollen, der uns notfalls mit dem Rausschmiss droht, wenn wir mit unserer Arbeit nicht vorankommen. Wir sind unser eigener Chef. Nur wenn uns keiner mehr so richtig treibt und die Motivation gerade im Keller ist, finden wir schnell viele andere Dinge, die wir tun können, statt uns um das zu kümmern, was wir tun sollten. Vom Fernsehen und "Fachbücher lesen" über Internetsurfen bis zum Aufräumen und Saubermachen (der englische Fachausdruck für diese Ausweichhandlungen lautet übrigens "procrastination"). Es zwingt uns ja keiner, uns auch um die unangenehmen Aufgaben zu kümmern. Das ist der Preis der unternehmerischen Freiheit: Wir müssen uns selbst in den Hintern treten. Selbstmotivation ist gefragt. Genau das ist für Schüler, Studenten und Angestellte, die es gewohnt sind, ihren Druck von außen zu bekommen, verdammt schwierig.

Wenn das Unternehmen erstmal ins Laufen kommt, Kunden etwas kaufen wollen oder auf die Ware oder die Erledigung eines Auftrags warten, dann sorgen die schon für einigen Druck und damit für die Motivation, wenn wir mal durchhängen. Doch selbst dann kann es Phasen geben, in denen wir so im Alltagsgeschäft und Trott versinken, dass wir daneben kaum noch die Lust und die Energie aufbringen können, um das Unternehmen weiter voranzubringen.

Am schlimmsten ist es aber für den Gründer oder Möchtegern-Gründer: Lauter Neuland, unendlich viele Fragen, die beantwortet werden müssen, Fehler, Rückschläge, Stagnation, kein Land in Sicht ... es gibt in der Gründungsphase einen ganzen Haufen möglicher Gründe, warum wir die Lust und das Feuer verlieren können. Ganz zu schweigen davon, wie anstrengend es ist und wie viel Selbstdisziplin es kostet, wenn man sein Unternehmen neben seinem Hauptberuf, Studium und/oder mit Familie aufbauen will.

Deshalb habe ich hier ein paar Tipps und Tricks zusammengestellt, wie ich persönlich mit meinem inneren Schweinehund fertig geworden bin und werde. Manchmal stelle ich mich ihm direkt und manchmal versuche ich ihn auszutricksen. Hauptsache, ich mache ihn platt und nicht er mich. Hier meine 7 Tipps zur Selbstmotivation:


Wofür mache ich das eigentlich alles?

Normalerweise verbindet jeder von uns seinen Traum von der Selbständigkeit mit ganz konkreten Vorstellungen. Klar, wir wollen unser eigenen Herr sein, viel Geld verdienen etc. Aber was heißt das für Sie ganz konkret? Wollen Sie vielleicht ein Ferienhaus am Strand haben? Wollen Sie frei entscheiden, morgens spät aufstehen und lieber länger zu arbeiten, weil Sie eine Nachteule sind? Einen Flugschein machen? Ein eigenes Büro in New York? Wie soll Ihr Leben aussehen, wenn Sie erfolgreich Ihr Unternehmen aufgebaut haben? Welche Träume wollen Sie sich erfüllen? Manchen Menschen hilft es, sich diese Dinge ganz konkret in ihrer Phantasie vorzustellen und auszumalen. Sie visualisieren sich selbst genau in der Situation, in der sie später sein wollen. Andere brauchen es plastischer und finden es motivierender, sich Fotos (z.B. aus Zeitungen oder Zeitschriften) an die Wand zu hängen oder auf den Schreibtisch zu stellen.

Ich hatte einige Jahre lang ein Foto von meinem persönlichen Traum auf meinem Schreibtisch stehen. Jeden morgen, wenn ich mich an den Schreibtisch setzte und meinen Computer anmachte, konnte ich das Foto aus einem Werbeflyer sehen, das mich daran erinnert hat, wofür ich mich da eigentlich gerade abrackerte. Vor zwei Jahren konnte ich mir dann den Traum erfüllen. Noch während meines Studiums träumte ich davon, mich selbständig zu machen. Ich kaufte mir als Student eine elektronische Dartscheibe. Diese Dartscheibe sollte in meinem ersten Büro hängen. Nachdem ich den Karton mit der Dartscheibe jeden Tag in der Ecke stehen sah, hing sie dann zwei Jahre später in meinem ersten Büro (zuerst haben wir mit meiner ersten Firma von zu Hause aus gearbeitet - die Dartscheibe war dann sogar in einem Zeitungsartikel über uns zu sehen). Finden Sie Ihren persönlichen "Anker", etwas das Sie jeden Tag plastisch an Ihre Ziele erinnert, die Sie als Unternehmer erreichen wollen.


Kriegen Sie Ihren Hintern hoch! Im wahrsten Sinne des Wortes

Bewegung ist bekanntermaßen ein effektives Mittel, um auch geistig in Schwung zu kommen. Das bedeutet nicht, dass Sie jedes Mal, wenn Sie durchhängen, gleich ins Fitness-Studio rennen sollen (aber wenn es Ihnen hilft, können Sie das natürlich machen). Wenn es gerade irgendwie nicht weitergeht, der Schädel brummt, dann reicht es manchmal schon, einfach eine Runde raus an die frische Luft zu gehen und sich zu bewegen. Ich laufe dann solange herum, bis sich mein Kopf durch die Bewegung und die frische Luft langsam wieder klärt und mein Gehirn wieder zu arbeiten anfängt.

Früher bin ich in einer Frustphase, in der ich einfach nicht klar denken konnte, gerne auch in unseren Besprechungsraum gegangen und bin dann wie ein Tiger im Käfig mit schnellen Schritten um den Tisch gekreist bis sich der Frust in Motivation verwandelt hatte. Das hat zuweilen etwas länger gedauert und sah bestimmt ziemlich bescheuert aus, aber bei mir hat es funktioniert. Fragen Sie mich nicht warum. Ich nehme an, es hat sowohl etwas mit dem Kreislauf und der Durchblutung des Gehirns als auch mit dem Ausschwemmen von "Abfallstoffen" aus dem Blut zu tun. Probieren Sie es einfach einmal aus. Hören Sie nicht zu schnell auf mit dem Gehen. Gehen Sie erst wieder an Ihren Schreibtisch, wenn Sie ganz genau wissen, was Sie als nächsten Arbeitsschritt tun wollen und Sie sich wieder ausreichend motiviert dazu fühlen.


Let the music play - Energie durch Musik, Filme, Bücher, Artikel

Kennen Sie das auch? Sie sehen einen Kinofilm und sind hinterher so voller Energie, dass Sie sich beherrschen müssen, ruhig weiterzugehen und nicht schneller zu werden? Sie lesen ein Buch über Menschen, die etwas bewegt haben, und sind nach der Lektüre so voller Tatendrang, dass Sie Bäume ausreißen könnten? Ich denke, jeder von uns hat auch bestimmte Musikstücke, die ihn mit Energie aufladen und beschwingen (während ich das hier schreibe läuft im Hintergrund das Konzert der Scorpions von der EXPO 2000). Nutzen Sie diese mentalen Kraftspender. Legen Sie sich eine Sammlung von Filmen, Bücher und CDs an, mit denen Sie Ihre Akkus jederzeit wieder aufladen können, wenn Sie gerade mal leer gelaufen sind.


Belohne Dich selbst

Die Aufschieberitis erwischt fast jeden von uns hin und wieder. Wir wissen, wir müssen eine bestimmte unliebsame Aufgabe erledigen, aber wir haben einfach keine Lust dazu. Es ist eigentlich relativ schnell erledigt, aber wir können uns einfach nicht dazu aufraffen. Also schieben wir es auf. Von einer Stunde auf die nächste, von einem Tag zum anderen. Schnell werden daraus Wochen. Kein besonders effektives Vorgehen. Hier versuche ich oft, meinen kleinen Schweinehund auszutricksen: Ich suche mir etwas, worauf ich wirklich Lust habe, was ich wirklich gerne machen oder erleben würde. Das soll dann die Belohnung dafür sein, dass ich die unliebsame Aufgabe, vor der ich mich gerne drücken möchte, endlich erledige. Das muss nicht immer etwas großes, ausgefallenes sein. Die Belohnung kann im Sommer ein Eis sein, mir ein Buch oder einen Film bei Amazon zu bestellen oder auch das Frühstück (mit leerem Magen arbeitet es sich übrigens  besser, ist Ihnen das auch schon aufgefallen? Der Schöpfer der Körperwelten, Gunther von Hagens, isst daher kaum etwas, um nicht "verdauungsmüde" zu werden - man kann es auch übertreiben, denke ich).

Der englische Bestsellerautor Jeffrey Archer hat mich mit folgendem Arbeitsrythmus verblüfft: Er schreibt zwei Stunden, dann macht er zwei Stunden etwas anderes, geht Essen, trifft sich mit Leuten etc. Seine erste "Schreib-Schicht" beginnt morgens um 6.00 Uhr. Es ist auch wesentlich effektiver, eine kürzere Zeit wirklich effektiv und konzentriert zu arbeiten und dabei viel zu schaffen als stundenlang mit halber Kraft vor sich hinzuwurschteln. Da uns aber dieser Einsicht oft nicht reicht, die Aufgabe endlich in Angriff zu nehmen, versuchen Sie es einmal mit dem Trick der Selbstbelohnung.


Reden oder Raten

Wenn man nicht der Baron von Münchhausen ist, wird es bekanntlich schwer, sich am eigenen Schopf aus dem Sumpf zu ziehen. Als Unternehmer und vor allem als Gründer oder gar Möchtegern-Gründer bist Du im Grunde immer Einzelkämpfer. Und wer im eigenen Saft schmort, dreht sich schnell im Kreis, verliert die Lust und kommt nicht voran. Da kann es sehr hilfreich sein, einfach mal mit einem anderen Menschen darüber zu reden, seine Gedanken auszutauschen. Nicht umsonst, leisten sich viele erfolgreiche Menschen einen Coach, haben einen Mentor oder einen persönlichen "Berater". Es heißt zwar: "Der Kopf ist rund, damit die Gedanken ihre Richtung ändern können." Oft hilft es jedoch, diese Gedanken auch mal rauszulassen und deren Richtung gemeinsam mit jemand anderem zu ändern.

Manchmal kommen wir einfach deswegen nicht weiter, weil wir uns an einem Problem die Zähne ausbeißen. Da kann es enorm weiterhelfen, sich den Rat von jemandem zu holen, der Ahnung davon hat. Wenn wir uns in meiner Ideenagentur mit einem Thema oder einer Branche nicht auskannten, haben wir zuerst in unserem Freundes- und Bekanntenkreis nach "Experten" gesucht, die uns mehr unserem Thema erzählen konnten. Wurden wir dort nicht fündig, haben wir manchmal auch einfach bei entsprechenden Unternehmen direkt angerufen. Es ist erstaunlich wie offen manche Menschen sind und wie gerne sie weiterhelfen. Ich erinnere mich daran, dass wir für die Recherche zu einem Auftrag bei einem der größten Personalberatungsunternehmen der Welt angerufen haben. Wir wurden zu einem erfahrenen Mann durchgestellt, der als "Headhunter" für nur eine zu besetzende Stelle durch die ganze Welt flog und das Jahresgehalt eines Managers dafür in Rechnung stellte. Dieser hochbezahlte Mann, der sicher genaug zu tun hatte, widmete uns 30 Minuten seiner Zeit, um uns über die Gepflogenheiten der Headhuntingbranche aufzuklären. Reden Sie mit jemandem, der Ihnen raten kann oder einfach beim Selbstdenken hilft. Wenn die Gedanken klar sind, kommt die Motivation meist von ganz alleine.


Auf die Früste, wütend ... los!

Wir wissen, wo wir hin wollen, aber irgendwie klappt das alles nicht so richtig. Wir arbeiten und arbeiten, drehen uns im Kreis, die Ideen funktionieren nicht, die Kunden beißen nicht an ... Kurz: Wir sind frustriert. Wir sind wütend. Warum klappt das alles nicht? Warum dauert das alles so lange? Warum ist das alles so anstrengend? Manchmal lähmt uns dieser Frust so sehr, dass wir keinen Schritt mehr tun können. Als ich einmal wieder mächtig frustriert und wütend war, habe ich mir folgende Frage gestellt: "Dieser Frust, diese Wut, das ist doch Energie. Wieso kann ich diese Energie nicht positiv nutzen?" Ich habe dann versucht, mich so in meine Wut und meine Frust reinzusteigern bis ich so sauer war, dass ich dachte, "Sch..., jetzt sieh endlich zu, dass Du Deinen Zielen näher kommst und wenn Du nur einen kleinen Mini-Schritt machst!!" Frust und Wut sind tatsächlich recht gute Antreiber. Nutzen Sie Ihre Wut und Ihre Frustration. Sagen Sie sich, "Verdammt nochmal, es muss endlich weitergehen! So soll es nicht bleiben!" Und dann tun Sie etwas.


Action always beats inaction

"Handeln schlägt immer Nichtstun." - Ich weiß leider nicht mehr, wo ich diesen Satz aufgeschnappt habe, aber er bringt es auf den Punkt: Es ist (fast) immer besser etwas zu tun als einfach nur da zu sitzen und gar nichts zu tun. Wenn Sie gerade frustriert sind, wenn Sie sich gerade nicht aufraffen können, wenn Sie nicht wissen, wie der nächste Schritt aussehen soll, dann tun Sie etwas, um dieser Situation und dieses Gefühl zu ändern. Ich weiß, der Schweinehund will auch leben und manchmal zwingt er uns auch zu einer dringend nötigen Pause. Aber lassen Sie sich nicht von ihm aufhalten, machen Sie ihn fertig, wenn er Ihnen bei der Erreichung Ihrer Ziele im Weg steht! Kriegen Sie Ihren Hintern hoch und wenn Sie nur eine Runde um den Block gehen oder durch Ihre Wohnung tigern bis dieses blöde Gefühl des Nichtstuns endlich verflogen ist. Dann machen Sie den nächsten Schritt und sei er auch noch so klein. Es ist auch wirklich fast immer besser, einen Fehler zu machen, es dann zu optimieren oder es anders nochmal zu versuchen als einfach tatenlos herumzusitzen. Wenn Sie etwas unternehmen, dann machen Sie hin und wieder Fehler. Aber aus Fehlern können Sie lernen. Gar nichts zu tun bringt Sie Ihren Zielen garantiert nicht näher. Handeln ist Energie und bringt die Dinge in Bewegung. Also, Hintern hoch!


P.S.: Ich habe noch weitere Tricks zur Selbstmotivation auf Lager, einige mächtige Waffen im Kampf gegen den inneren Schweinehund. Aber die verrate ich Ihnen ein anderes Mal.

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Quelle: Gruenderland.de
http://www.gruenderland.de/unternehmensaufbau/selbstmotivation-fuer-unternehmer.html
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